Zum Inhalt springen
// KI aus China 2 Min. Lesezeit

Vorwürfe gegen chinesische KI-Unternehmen: Anthropic deckt unerlaubte Datennutzung auf

Mindverse News

KI-gestützt erstellt 7 Quellen Arbeitsweise

Vorwürfe gegen chinesische KI-Unternehmen: Anthropic deckt unerlaubte Datennutzung auf
Symbolbild

Das Wichtigste in Kürze

  • Anthropic wirft chinesischen KI-Firmen vor, Anfragen von Nutzern heimlich an ihr Modell Claude weitergeleitet zu haben.
  • Dabei sollen 5.380 Fake-Accounts genutzt worden sein, um in zehn Tagen fast 300.000 Anfragen über Claude abzuwickeln.
  • Zu den betroffenen chinesischen KI-Modellen gehören Kimi von Moonshot AI und DeepSeek.
  • Die umgeleiteten Anfragen beinhalteten sensible Daten, darunter Aufnahmen von Militärstandorten und Zugangsdaten des russischen Verteidigungsministeriums.
  • Anthropic spricht von "Destillation", einer Methode, bei der die Antworten eines leistungsstärkeren Modells als Trainingsdaten für eigene, schwächere Modelle genutzt werden.

Vorwürfe der unerlaubten Nutzung: Anthropic prangert chinesische KI-Rivalen an

Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat in einem detaillierten Bericht schwere Vorwürfe gegen chinesische Wettbewerber erhoben. Demnach sollen chinesische KI-Firmen, darunter Moonshot AI mit ihrem Modell Kimi und DeepSeek, Anfragen von Nutzern heimlich an Anthropics eigenes KI-Modell Claude weitergeleitet haben, anstatt diese mit ihrer eigenen Software zu bearbeiten. Diese Praktiken werfen Fragen bezüglich Datensicherheit, geistigem Eigentum und fairem Wettbewerb im schnell wachsenden KI-Sektor auf.

Umfang und Methodik der mutmaßlichen Umleitung

Laut dem Bericht von Anthropic wurde ein Netzwerk von 5.380 Fake-Accounts genutzt, um die Anfragen zu verschleiern. Innerhalb eines Zeitraums von lediglich zehn Tagen sollen auf diese Weise fast 300.000 Kundenanfragen von Kimi durch Claude beantwortet worden sein. Nutzer, die ihre Anfragen an Kimi richteten, gingen demnach davon aus, dass ihre Interaktionen ausschließlich von der chinesischen KI verarbeitet würden. Tatsächlich aber wurden die Anfragen im Hintergrund an Claude übermittelt und dessen Antworten als eigene ausgegeben.

Sensible Daten im Fokus

Die Brisanz dieser Vorgehensweise wird durch den Inhalt der umgeleiteten Anfragen verstärkt. Anthropic berichtet, dass dabei teilweise hochsensible Daten in die Systeme des US-Unternehmens gelangten. Als Beispiele werden Aufnahmen von Überwachungskameras aus der Umgebung chinesischer Militärstandorte genannt, die zur Analyse des Verhaltens bestimmter Personen hochgeladen wurden. Des Weiteren sollen Anfragen mit Daten einer Behörde aus dem Umfeld des russischen Verteidigungsministeriums, einschließlich gültiger Einwahldaten für eine russische Regierungsdatenbank, über Claude abgewickelt worden sein.

Die Praxis der "Destillation"

Anthropic beleuchtet in seinem Bericht auch die Technik der sogenannten "Destillation". Dabei handelt es sich um eine Methode, bei der die Ausgaben eines hochentwickelten KI-Modells dazu verwendet werden, ein anderes, oft weniger leistungsfähiges Modell zu trainieren oder zu verbessern. Die US-Seite wirft den chinesischen Entwicklern vor, amerikanische Software wie Claude und ChatGPT in großem Stil genutzt zu haben, um ihre eigenen Künstlichen Intelligenzen anzulernen. Im Fall von Kimi soll es zwischen Mai und Juli zu 23 Millionen Zugriffen auf Anthropic-KI für solche Zwecke gekommen sein.

Auswirkungen auf den KI-Markt und die Branche

Diese Vorwürfe könnten weitreichende Konsequenzen für das Ansehen der chinesischen KI-Branche haben. In der Vergangenheit hatten günstige und leistungsstarke KI-Modelle wie die von DeepSeek und Moonshot wiederholt für Aufmerksamkeit an den Börsen gesorgt und zeitweise Zweifel an den Geschäftsaussichten amerikanischer KI-Labore wie Anthropic und OpenAI aufkommen lassen. Der Eindruck, dass leistungsstarke Künstliche Intelligenz mit deutlich weniger Aufwand trainiert werden könnte, würde durch diese Enthüllungen revidiert. Die Praktiken werfen zudem grundlegende Fragen des Datenschutzes und der ethischen Nutzung von KI auf, insbesondere wenn es um die Verarbeitung sensibler oder staatlicher Daten geht. Unternehmen, die auf KI-Modelle setzen, müssen sich der Herkunft und den dahinterstehenden Prozessen ihrer genutzten Technologien bewusst sein, um Vertrauensbrüche und potenzielle Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

Bibliography:

  1. dpa - Deutsche Presse Agentur. (2026, 11. September). Anthropic berichtet: Kimi nutzte 5.380 Fake-Accounts, um Claude anzuzapfen. t3n.de.
  2. Baumgärtner, A. (2026, 11. September). Moonshot AI leitete Kimi-Anfragen an Claude um. blogspan.net.
  3. Handelsblatt. (2026, 11. September). Künstliche Intelligenz: KI-Firma Anthropic wirft chinesischen Rivalen Schummelei vor. handelsblatt.com.
  4. IT-Boltwise. (2026, 11. September). Anthropic warnt: Illegale Claude-Distillation in großem Maßstab aus China. it-boltwise.de.
  5. Schreiner, M. (2026, 11. September). Raketen, Drohnenschwärme, Überwachung, Ersatz für China-Modelle: Anthropic zeigt, wofür Claude missbraucht wird. the-decoder.de.
  6. techzeitgeist.de. (2026, 11. September). Die Antwort kam von Claude. techzeitgeist.de.
  7. ZEIT ONLINE. (2026, 11. September). Künstliche Intelligenz: KI-Firma Anthropic wirft chinesischen Rivalen Schummelei vor. zeit.de.

//Nächster Artikel

KI aus China

PrunaAI beschleunigt Qwen Image 2.1 mit neuen LoRA Adaptern

PrunaAI beschleunigt Qwen-Image-2.1: Mit neuen LoRA-Adaptern gelingt die Bildgenerierung und -bearbeitung in nur 5 bis 8 Schritten – bis zu 6,3-mal schneller.

// Artikel teilen

Bei Google bevorzugen

Mehr zu KI aus China

Alle KI aus China-News

// Dranbleiben

Mindverse News folgen

Neue Meldungen erhalten Sie über unseren RSS-Feed oder auf LinkedIn.

Recherchieren Sie KI-News wie diese selbst — mit Mindverse Studio.

7 Tage kostenlos testen — ohne Kreditkarte, mit 200 Credits. Für Fragen zur Umsetzung buchen Sie eine persönliche Demo.