Großprojekt in Norfolk: Evolution Power plant 1-Gigawatt-Rechenzentrum und 1,3-Gigawatt-Solarpark
Mindverse News
KI-gestützt erstellt 4 Quellen Originalmeldung: bbc.com Arbeitsweise
Das Wichtigste in Kürze
- Evolution Power Limited (EPL) hat unter dem Namen Longmarsh Green Energy Pläne für ein großes Rechenzentrum und den bislang leistungsstärksten geplanten Solarpark Großbritanniens nahe King's Lynn in Norfolk vorgestellt [1, 2].
- Das geplante Rechenzentrum soll eine elektrische Leistung von bis zu 1 Gigawatt (GW) beanspruchen, während der zugehörige Solarpark inklusive Batteriespeicher auf eine Erzeugungskapazität von bis zu 1,3 GW ausgelegt ist [1, 2].
- Das Vorhaben erstreckt sich über zwei Standorte mit einer Gesamtfläche von rund 4.695 Acres (1.900 Hektar) und könnte nach Angaben des Projektentwicklers Investitionen in Höhe von bis zu 25 Milliarden Pfund anziehen [1, 2].
- Zur Ressourcenschonung sieht das technische Konzept ein geschlossenes Kühlsystem mit zirkulierender Flüssigkeit ohne Entnahme aus dem öffentlichen Trinkwassernetz sowie eine Anbindung an das bestehende Umspannwerk in Walpole vor [1, 2].
- Aufgrund seiner Dimensionen fällt das Vorhaben unter das Verfahren für national bedeutsame Infrastrukturprojekte (NSIP), sodass die finale Genehmigungsentscheidung nach dem für April 2027 geplanten Antrag bei der britischen Zentralregierung liegt [1, 2].
// Inhalt · 7 Abschnitte
- Gigawatt-Infrastruktur in Ostengland: Das Projekt Longmarsh Green Energy
- Standortarchitektur, Netzanbindung und Kühlungstechnologie
- Wirtschaftliche Zielsetzungen und Arbeitsmarkteffekte
- Einordnung im Markt: Dimensionen im nationalen und internationalen Vergleich
- Regulatorischer Rahmen: Das Verfahren für national bedeutsame Infrastrukturprojekte (NSIP)
- Lokale Reaktionen und Nutzungskonflikte im ländlichen Raum
- Strategische Einordnung für Unternehmen und Infrastrukturplaner
- Quellen
Gigawatt-Infrastruktur in Ostengland: Das Projekt Longmarsh Green Energy
In der ostenglischen Grafschaft Norfolk konkretisieren sich die Pläne für eines der bislang größten gekoppelten Energie- und Dateninfrastrukturprojekte Großbritanniens [1, 2]. Unter der Projektbezeichnung Longmarsh Green Energy hat das Unternehmen Evolution Power Limited (EPL) Entwürfe vorgelegt, die den Bau eines großskaligen Rechenzentrums in direkter Verbindung mit einem weitläufigen Solarpark nahe der Stadt King's Lynn vorsehen [1, 2]. Während Rechenzentren im Vereinigten Königreich – wie etwa ein derzeit im Bau befindlicher Standort von Google in Hertfordshire – zunehmend das Landschaftsbild prägen, sticht der nun vorgestellte Entwurf vor allem durch seine energetischen Kennzahlen hervor [1, 2].
Nach Angaben der Projektentwickler hinter Longmarsh Green Energy wird das geplante Rechenzentrum im laufenden Betrieb zu jedem beliebigen Zeitpunkt eine elektrische Leistung von bis zu 1 Gigawatt (GW) benötigen [1, 2]. Um diesen enormen Energiebedarf zu decken, plant das Unternehmen parallel die Errichtung einer Photovoltaikanlage, die bis zu 1,3 GW Strom erzeugen soll und durch integrierte Batteriespeichersysteme ergänzt wird [1, 2]. Damit könnte der Solarpark nach derzeitigem Planungsstand mehr elektrische Leistung generieren als jedes andere aktuell im Vereinigten Königreich geplante Solarprojekt [1, 2].
Evolution Power Limited beziffert das potenzielle Investitionsvolumen, das durch die Vorschläge mobilisiert werden könnte, auf bis zu 25 Milliarden Pfund [1, 2]. Für die Umsetzung beansprucht das Unternehmen zwei räumlich getrennte Flächen in West-Norfolk, die sich zwischen den Gebieten von King's Lynn und Downham Market erstrecken und zusammen rund 4.695 Acres beziehungsweise 1.900 Hektar Land umfassen [1, 2]. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete das Vorhaben als entscheidend für das künftige Wirtschaftswachstum Großbritanniens und bestätigte den Start einer öffentlichen Konsultationsphase, die noch bis zum 22. November läuft [1, 2].
- Projektname und Entwickler: Longmarsh Green Energy unter Leitung von Evolution Power Limited (EPL) [1, 2].
- Leistungsdaten: Bis zu 1 GW Leistungsbedarf für das Rechenzentrum und bis zu 1,3 GW Erzeugungskapazität durch den geplanten Solarpark inklusive Batteriespeicher [1, 2].
- Flächenbedarf und Kapitalvolumen: Rund 4.695 Acres (1.900 Hektar) verteilt auf zwei Teilflächen bei einem von EPL veranschlagten potenziellen Investitionsvolumen von 25 Milliarden Pfund [1, 2].
Standortarchitektur, Netzanbindung und Kühlungstechnologie
Obwohl die bislang veröffentlichten technischen Detailinformationen zu Longmarsh Green Energy noch begrenzt sind, geben die Angaben von Evolution Power Limited bereits Aufschluss über die geografische Verteilung und die grundlegende Systemarchitektur der beiden geplanten Standorte [1, 2]. Das erste Areal soll südlich der Fernstraße A47 in der Nähe des Dorfes Tilney St Lawrence entstehen, während der zweite Standort nahe den Dörfern Fincham und Barton Bendish vorgesehen ist [1, 2]. Auf den von EPL veröffentlichten Übersichtskarten erstrecken sich die markierten Entwicklungsflächen über den ländlichen Raum zwischen King's Lynn und Downham Market [1, 2].
Für die Versorgungssicherheit eines Rechenzentrums im Gigawatt-Maßstab reicht eine reine Photovoltaikerzeugung aufgrund der natürlichen Schwankungen der Sonneneinstrahlung technisch nicht aus. Das Konzept von EPL stützt sich daher auf drei komplementäre Säulen: die direkte Nutzung der erzeugten Solarenergie von bis zu 1,3 GW, die Zwischenspeicherung in einer eigenen Batteriespeicherinfrastruktur auf dem Gelände sowie die physische Anbindung an das bestehende Hochspannungsumspannwerk in Walpole [1, 2]. Nach den Zielvorgaben des Unternehmens sollen die Anlagen bis zum Jahr 2031 vollständig in Betrieb gehen [1, 2].
Geschlossener Kühlkreislauf zur Vermeidung von Trinkwasserentnahmen
Ein zentraler technischer Aspekt bei der Planung großer Rechenzentren zur Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von Informationen ist das thermische Management [1, 2]. Da der Wasserverbrauch großer Serverfarmen in vielen Regionen ein wesentlicher Treiber für lokale Umweltbedenken ist, hat Evolution Power Limited frühzeitig spezifiziert, welche Kühlarchitektur zum Einsatz kommen soll [1, 2].
Nach Angaben des Unternehmens wird das Rechenzentrum ein geschlossenes Kühlsystem (Closed-Loop Cooling System) verwenden [1, 2]. Bei diesem Verfahren wird die Kühlflüssigkeit innerhalb eines geschlossenen Kreislaufs kontinuierlich rezirkuliert, anstatt laufend Frischwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz (Mains Water) zu entnehmen [1, 2]. Für Sie als IT- und Infrastrukturverantwortliche zeigt diese Festlegung bereits in der frühen Konsultationsphase, wie Projektentwickler versuchen, ressourcenbezogene Einwände von Kommunen und Aufsichtsbehörden durch geschlossene Flüssigkeitskreisläufe proaktiv zu adressieren [1, 2].
Wirtschaftliche Zielsetzungen und Arbeitsmarkteffekte
Die britische Regierung stuft Rechenzentren offiziell als unverzichtbar für nahezu sämtliche wirtschaftlichen Aktivitäten sowie für das Funktionieren öffentlicher Dienstleistungen ein [1, 2]. Vor diesem politischen Hintergrund positioniert Evolution Power Limited das Projekt Longmarsh Green Energy als strategischen Baustein, der sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen soll, indem er gleichzeitig sichere erneuerbare Energie und dringend benötigte Rechenzentrumskapazitäten bereitstellt [1, 2].
Neben dem in Aussicht gestellten Investitionsvolumen von bis zu 25 Milliarden Pfund führt der Entwickler konkrete Beschäftigungseffekte als Argument für das Großprojekt an [1, 2]. Während der mehrjährigen Errichtungsphase bis zur angestrebten Inbetriebnahme im Jahr 2031 sollen nach Unternehmensangaben Tausende Arbeitsplätze im Bausektor entstehen [1, 2]. Für den anschließenden Dauerbetrieb prognostiziert EPL mehr als 500 direkte operative Vollzeitstellen unmittelbar vor Ort an den Standorten [1, 2]. Da es sich hierbei um Prognosen des Projektentwicklers zum Start der Konsultationsphase handelt, steht eine unabhängige wirtschaftliche Prüfung dieser Zahlen im Rahmen des formellen Genehmigungsverfahrens noch aus [1, 2].
- Bauphase: Schaffung von mehreren Tausend temporären Arbeitsplätzen laut Angaben von Evolution Power Limited [1, 2].
- Regelbetrieb ab 2031: Mehr als 500 direkte operative Stellen vor Ort angekündigt [1, 2].
- Politische Einordnung: Einstufung von Rechenzentren durch die britische Regierung als kritische Basis für fast alle Wirtschaftszweige und öffentlichen Dienste [1, 2].
Einordnung im Markt: Dimensionen im nationalen und internationalen Vergleich
Um die Tragweite der für West-Norfolk vorgestellten Pläne analytisch einzuordnen, lohnt ein Blick auf weitere Großprojekte, die derzeit in derselben Region sowie in anderen Teilen Großbritanniens und international vorangetrieben werden [1, 3, 4]. Gerade die ländliche Grafschaft Norfolk hat sich zu einem Schwerpunkt für großflächige Energieinfrastruktur entwickelt, was detaillierte Vergleiche hinsichtlich Leistung, Flächenverbrauch und Investitionskosten ermöglicht [1, 3].
Vergleich mit den britischen Solarprojekten High Grove, East Pye und Botley West
Bislang galt das ebenfalls im ländlichen Raum von Norfolk geplante und kontrovers diskutierte Projekt High Grove als eines der größten Solarvorhaben des Landes [1, 2]. Die Entwickler hinter High Grove geben dessen geplante Erzeugungskapazität mit bis zu 720 Megawatt (MW) an – eine Strommenge, die rechnerisch ausreicht, um 363.000 Haushalte zu versorgen [1, 2]. Mit seiner geplanten Spitzenleistung von bis zu 1,3 GW übertrifft das neue Projekt Longmarsh Green Energy das High-Grove-Vorhaben um nahezu das Doppelte; umgekehrt entspricht High Grove lediglich etwas mehr als der Hälfte dessen, was die neu vorgeschlagene Anlage von EPL leisten soll [1, 2].
Ein weiteres großes Vergleichsprojekt in Norfolk ist das Vorhaben East Pye nahe Long Stratton, dessen Pläne erstmals im September 2024 offengelegt wurden [3]. Der dortige Projektentwickler Island Green Power (IGP), der sich im Besitz des australischen Vermögensverwalters Macquarie Asset Management befindet, plant eine Solarfläche von 2.700 Acres (1.090 Hektar), um ausreichend Strom für 115.000 Haushalte zu erzeugen [3]. Aus Regierungsdokumenten vom August 2026 geht hervor, dass IGP die Gesamtkosten für East Pye – einschließlich Grunderwerb, Bau und Installation – auf rund 1 Milliarde Pfund veranschlagt, die über private Investoren finanziert werden sollen [3]. Allein für die Vorbereitung des Genehmigungsantrags wurden bei East Pye bereits rund 7,5 Millionen Pfund aufgewendet [3]. Ein ähnlich großes Solarprojekt in Großbritannien, das Vorhaben Botley West nahe Oxford, wird kostenmäßig auf 800 Millionen Pfund geschätzt [3].
Setzt man diese Zahlen in Relation, zeigt sich die außergewöhnliche Größenordnung von Longmarsh Green Energy: Mit 4.695 Acres (1.900 Hektar) beansprucht EPL rund 74 Prozent mehr Fläche als das East-Pye-Projekt mit seinen 2.700 Acres [1, 3]. Dass das von EPL genannte potenzielle Gesamtinvestitionsvolumen von 25 Milliarden Pfund um ein Vielfaches über den reinen Solarparkkosten von East Pye (1 Milliarde Pfund) oder Botley West (800 Millionen Pfund) liegt, erklärt sich analytisch vor allem durch die extrem kapitalintensive Errichtung und technische Ausstattung des angeschlossenen 1-GW-Rechenzentrums samt Batteriespeicherinfrastruktur [1, 3].
Internationale Vorbilder für gekoppelte Solar- und Rechenzentrumsprojekte
Das Modell, großflächige Photovoltaikanlagen gezielt zur Dekarbonisierung und Stromversorgung von Rechenzentren zu errichten, wird auch international praktiziert, wenngleich bislang meist in deutlich kleinerem Maßstab [4]. Ein dokumentiertes Beispiel aus den USA ist das Allora Solar Energy Center im Bundesstaat Tennessee, das von der Tennessee Valley Authority (TVA) gemeinsam mit NextEra Energy realisiert wurde [4].
Diese Anlage, die bei ihrer Vorstellung im Mai 2022 als größter Solarpark Tennessees galt, umfasst rund eine halbe Million Solarmodule und wurde innerhalb einer Bauzeit von etwa 17 Monaten errichtet [4]. Das Allora Solar Energy Center erzeugt 150 MW erneuerbaren Strom über einen Versorgungszeitraum von 20 Jahren und dient gezielt dazu, Rechenzentren an den Standorten Huntsville und Gallatin mit Strom zu beliefern und deren Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen [4]. Im Vergleich zu diesem 150-MW-Projekt in den USA ist die von Evolution Power Limited in Norfolk geplante Solarkapazität von 1.300 MW (1,3 GW) mehr als achtmal so groß [1, 4].
Regulatorischer Rahmen: Das Verfahren für national bedeutsame Infrastrukturprojekte (NSIP)
Für Unternehmen, die in Großbritannien auf neue Rechenzentrums- oder Energiekapazitäten angewiesen sind, ist der regulatorische Genehmigungsweg ein kritischer Zeitfaktor. Nach Angaben von Evolution Power Limited soll im Anschluss an die bis zum 22. November laufende Bürgerkonsultation im kommenden April – also im April 2027 – der formelle Bau- und Planungsantrag eingereicht werden [1, 2].
Aufgrund seiner enormen Leistungs- und Flächendimensionen wird Longmarsh Green Energy im britischen Planungsrecht als sogenanntes Nationally Significant Infrastructure Project (NSIP) eingestuft [1, 2]. Dieser Status hat weitreichende verfahrensrechtliche Konsequenzen: Die endgültige Entscheidung über die Genehmigung liegt nicht bei der lokalen Kommunalverwaltung vor Ort, sondern direkt bei der britischen Zentralregierung [1, 2]. Auch andere Großvorhaben in der Region, darunter das 720-MW-Projekt High Grove sowie der 1-Milliarde-Pfund-Solarpark East Pye, fallen unter dieses NSIP-Regime [1, 3].
Wie das Beispiel East Pye verdeutlicht, liegt die finale Entscheidungsbefugnis bei solchen Energieprojekten in den Händen der britischen Energieministerin Miatta Fahnbulleh [3]. Der Prozess erfordert umfangreiche Vorarbeiten und mehrstufige Prüfungen: Zwischen der ersten Bekanntgabe der Pläne für East Pye im September 2024 und dem Beginn der öffentlichen Anhörungen im Herbst 2026 vergingen rund zwei Jahre, in denen der Entwickler Island Green Power bereits 7,5 Millionen Pfund allein für die Antragsausarbeitung investierte [3]. Der von Evolution Power Limited avisierte Zeitplan für Longmarsh Green Energy – formelle Antragstellung im April 2027 und geplante Inbetriebnahme bis 2031 – kalkuliert diese mehrjährigen Prüfungs-, Genehmigungs- und Bauphasen im NSIP-Verfahren bereits ein [1, 2].
- Konsultationsfrist für Longmarsh Green Energy: Rückmeldungen der Öffentlichkeit sind bis zum 22. November möglich [1, 2].
- Formeller Antragszeitpunkt: Einreichung der Planungsunterlagen für April 2027 angekündigt [1, 2].
- Entscheidungsinstanz: Einstufung als Nationally Significant Infrastructure Project (NSIP) verlagert die Endentscheidung vom Bezirksrat auf die britische Zentralregierung [1, 2, 3].
- Angestrebter Betriebsbeginn: Fertigstellung und Inbetriebnahme beider Standorte bis zum Jahr 2031 geplant [1, 2].
Lokale Reaktionen und Nutzungskonflikte im ländlichen Raum
Großprojekte für Rechenzentren und Solarparks stoßen im gesamten Vereinigten Königreich regelmäßig auf erheblichen Widerstand lokaler Gemeinden, wobei Umweltbedenken, der Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen und die Veränderung des Landschaftsbildes im Mittelpunkt stehen [1, 3]. Diese Konfliktlinien zeichnen sich auch bei der Vorstellung von Longmarsh Green Energy in West-Norfolk deutlich ab [1, 2].
James Wild, konservativer Parlamentsabgeordneter für den Wahlkreis North West Norfolk, verwies auf die Kumulierung mehrerer Großvorhaben in der Region – darunter das Solarprojekt High Grove sowie ein ebenfalls für das Gebiet geplanter großer Windpark – und warnte, dass der neue Plan von Evolution Power Limited eine weitere großflächige Industrialisierung der Landschaft darstellen könnte [1, 2]. Alistair Beales, der unabhängige Vorsitzende des zuständigen Bezirksrats (King's Lynn and West Norfolk Borough Council), betonte, dass die Kommunalbehörde trotz der Entscheidungsgewalt der Zentralregierung vor Ort ihre Aufgabe wahrnehmen und die Bedenken der Anwohner im Verfahren widerspiegeln werde [1, 2].
Konfliktpunkte am Beispiel benachbarter Großprojekte in Norfolk
Welche konkreten Einwände im Zuge der Konsultation und der späteren Anhörungen auf Projektentwickler in Norfolk zukommen, lässt sich detailliert an der Debatte um das Projekt East Pye nahe Long Stratton ablesen [3]. Dort richten sich die Proteste von Anwohnern und Bürgerinitiativen insbesondere gegen die Umwandlung von Ackerland sowie gegen die baulichen Eingriffe in die dörfliche Infrastruktur [3]. So müssen Entwickler beispielsweise im Dorf Saxlingham Nethergate die Ortsdurchfahrt verbreitern, um überhaupt Solarmodule und schweres Baumaterial auf die Felder transportieren zu können [3].
Elsje Stocker, Vorsitzende des Gemeinderats (Parish Council) in Saxlingham Nethergate, äußerte die Befürchtung, dass Wanderer dem für seine kilometerlangen öffentlichen Fußwege bekannten Ort fernbleiben könnten, und bezeichnete die geplanten Modulflächen als eine Verschandelung der Landschaft, durch die niemand mehr spazieren wolle [3].
Darüber hinaus wird in Norfolk intensiv über die ökonomischen Folgekosten gestritten. Während Island Green Power argumentiert, dass Solarenergie zu den günstigsten Stromerzeugungsarten in Großbritannien zähle, die CO2-Emissionen zur Erreichung der Netto-Null-Ziele der Regierung senke und dazu beitrage, die Stromrechnungen für Haushalte und Unternehmen zu reduzieren, befürchten Projektgegner eine Umlage der Baukosten auf die Verbraucherpreise [3]. David Hook, Vorsitzender des Gemeinderats im nahegelegenen Hempnall sowie Vorsitzender der Regionalgruppe Norfolk der Campaign to Protect Rural England, nannte die Bausumme von 1 Milliarde Pfund astronomisch und gab zu bedenken, dass diese Kosten letztlich von irgendjemandem getragen werden müssten [3]. Evolution Power Limited versucht solchen Bedenken bei Longmarsh Green Energy entgegenzutreten, indem das Unternehmen den Fokus auf die direkten lokalen und nationalen Wirtschaftsvorteile sowie die gesicherte Versorgung mit erneuerbarer Energie und Rechenkapazität legt [1, 2].
Strategische Einordnung für Unternehmen und Infrastrukturplaner
Aus den vorliegenden Fakten zu Longmarsh Green Energy und den Vergleichsprojekten in Norfolk lassen sich im Rahmen einer fachlichen Analyse mehrere relevante Schlussfolgerungen für Unternehmen ableiten, die eigene KI- und Cloud-Kapazitäten planen oder auf britische Rechenzentrumsinfrastruktur zurückgreifen [1, 3].
Erstens zeigt die Dimensionierung von Longmarsh Green Energy einen klaren Trend zur Co-Location von Energieerzeugung und Datenverarbeitung im Gigawatt-Bereich [1, 2]. Wenn ein einzelner Rechenzentrumskomplex bis zu 1 GW Dauerleistung abruft, stößt die klassische Beschaffung über das öffentliche Stromnetz schnell an Kapazitätsgrenzen. Die direkte Kopplung mit einem überdimensionierten 1,3-GW-Solarpark, eigenen Batteriespeichern und dem unmittelbaren Anschluss an ein leistungsfähiges Bestandsumspannwerk wie in Walpole reduziert Netzengpässe und sichert langfristig planbare Grünstromkontingente [1, 2].
Zweitens verdeutlicht das Projekt, dass technische Nachhaltigkeitsmerkmale wie geschlossene Flüssigkeitskühlkreisläufe (Closed-Loop Cooling) zu einer Grundvoraussetzung für die Genehmigungsfähigkeit werden [1, 2]. Indem Evolution Power Limited auf die Entnahme von Leitungswasser verzichtet, entschärft das Unternehmen einen der prominentesten Kritikpunkte gegen Hyperscale-Rechenzentren in ländlichen Regionen [1, 2].
Drittens müssen Sie bei Ihrer strategischen Kapazitätsplanung im Vereinigten Königreich mehrjährige Vorlaufzeiten einkalkulieren. Zwar verhindert der Status als Nationally Significant Infrastructure Project (NSIP) eine direkte Blockade durch lokale Gemeinderäte, da die Zentralregierung entscheidet [1, 2, 3]. Wie jedoch sowohl die zweijährige Vorbereitungsphase beim Projekt East Pye als auch der Zielhorizont 2031 bei Longmarsh Green Energy belegen, erfordern Konsultationen, Umweltprüfungen, öffentliche Anhörungen und der Bau solcher Milliardenprojekte einen Planungshorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren [1, 3].
Quellen
- [1] Huge data centre and solar farm plans near King's Lynn revealed — https://www.bbc.com/news/articles/cxq6n9lqjqrpo (abgerufen am 2026-10-15)
- [2] Huge data centre and solar farm plans revealed — https://www.yahoo.com/news/world/articles/huge-data-centre-solar-farm-052033452.html (abgerufen am 2026-10-15)
- [3] Huge Norfolk solar farm near Long Stratton set to cost £1bn — https://www.bbc.com/news/articles/clyelee255do (abgerufen am 2026-10-15)
- [4] Solar Farm to Power Data Center - YouTube — https://www.youtube.com/watch?v=MK7iuzjOLqk (abgerufen am 2026-10-15)
//Nächster Artikel
Apple
Virtuelle GPU-Cloud aus ungenutzten Macs: Wie Apple-Forscher mit Minions verteilte KI-Inferenz orchestrierenApple-Forscher bündeln mit Minions ungenutzte Macs zu einer virtuellen GPU-Cloud für KI-Inferenz.

// Artikel teilen
Mehr zu Chips & Rechenzentren
Alle Chips-News- Google testet KI-Chips im All mit Project Suncatcher
Google testet mit „Project Suncatcher“ erstmals eigene KI-Chips im Erdorbit. Ein Prototyp soll ab Oktober 2026 zeigen, ob Rechenzentren im All technisch und wirtschaftlich machbar sind.
- Alibaba Cloud plant Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur in Europa
Alibaba Cloud erweitert seine Rechenzentren in Europa: Neben neuen Cloud-Regionen in den Niederlanden, Finnland und der Türkei wachsen auch die Kapazitäten in Deutschland. Ziel ist ein besserer Zugang zu Cloud- und KI-Diensten für Unternehmen.
- Österreich plant strengere Umweltprüfungen für Rechenzentren und neue Regeln zur CO₂-Speicherung
Österreich plant eine UVP-Pflicht für Rechenzentren ab 100 MW und will das Verbot der CO₂-Speicherung (CCS) lockern.
- Geplantes KI-Rechenzentrum in Norddevon stößt auf Widerstand
Protest gegen KI-Großprojekt in Devon: Xlinks plant ein gigantisches Rechenzentrum samt Batteriespeicher auf 345 Hektar. Warum Anwohner um Landschaft und den UNESCO-Biosphären-Status bangen und was das Milliarden-Vorhaben für die Zukunft digitaler Infrastruktur bedeutet.
// Dranbleiben
Mindverse News folgen
Neue Meldungen erhalten Sie über unseren RSS-Feed oder auf LinkedIn.
Recherchieren Sie KI-News wie diese selbst — mit Mindverse Studio.
7 Tage kostenlos testen — ohne Kreditkarte, mit 200 Credits. Für Fragen zur Umsetzung buchen Sie eine persönliche Demo.
//Chronik