Missbrauch von GitHub Actions zur Durchführung von Angriffen auf cPanel- und WHM-Server
Mindverse News
KI-gestützt erstellt 10 Quellen Arbeitsweise
Das Wichtigste in Kürze
- Angreifer nutzten GitHub Actions, um über kompromittierte Packagist-Repositories cPanel- und WHM-Server zu scannen und Anmeldeinformationen zu stehlen.
- Die Attacke umfasste 583 bösartige Workflow-Dateien in zehn Packagist-Paketen, die temporäre GitHub Runner für Scans missbrauchten.
- Die Angreifer zielten auf cPanel- und WHM-Schwachstellen ab (CVE-2026-41940), um Cloud-Schlüssel, Zahlungsinformationen und Quellcode-Tokens zu erbeuten.
- Die Ausführung der bösartigen Logik erfolgte nicht über die PHP-Pakete selbst, sondern über die GitHub Actions Workflows in den kompromittierten Repositories.
- Organisationen sind angehalten, ihre GitHub-Repositories und CI/CD-Pipelines zu sichern, insbesondere durch strenge Zugriffskontrollen und Überwachungsmechanismen.
// Inhalt · 4 Abschnitte
In einer aktuellen Analyse wurde eine breit angelegte Missbrauchskampagne aufgedeckt, bei der GitHub Actions dazu verwendet wurden, Packagist-Repositories in Scanner für cPanel- und WHM-Server umzuwandeln. Diese Kampagne, die von Sicherheitsexperten detailliert beschrieben wurde, verdeutlicht eine sich entwickelnde Bedrohungslandschaft im Bereich der Softwarelieferkette und der Cloud-Infrastruktur.
Missbrauch von GitHub Actions zur Erstellung verteilter Scanner
Der Vorfall begann mit der Kompromittierung von GitHub-Repositories eines PHP- und DevOps-Entwicklers, der unter dem Namen "dinushchathurya" bekannt ist. Angreifer erlangten Zugang zu diesen Repositories, injizierten bösartige Workflow-Dateien in das Verzeichnis .github/workflows/ und pushten diese Änderungen auf Branches, die anschließend von Packagist als Entwicklungs-Releases synchronisiert wurden. Insgesamt waren zehn Packagist-Pakete betroffen, die zusammen 583 bösartige Workflow-Dateien enthielten.
Es ist wichtig zu betonen, dass die PHP-Bibliotheken selbst nicht die Angriffslogik ausführten. Die Analyse zeigte, dass diese Bibliotheken gewöhnlichen PHP-Code enthielten, der statische Referenzdaten und Suchfunktionen umfasste, ohne bösartige Installations-Hooks, Shell-Befehle oder ausgehende Netzwerkaktivitäten. Stattdessen nutzten die Angreifer die übergeordneten GitHub Actions-Konfigurationen jedes Repositories, um Code in der CI/CD-Umgebung von GitHub auszuführen.
Funktionsweise des Angriffs
Jede bösartige Packagist-Entwicklungsversion enthielt zwischen 55 und 62 Workflow-Dateien. Diese Workflows waren so konfiguriert, dass sie bei jedem Push auf einen Branch und über das workflow_dispatch-Ereignis gestartet wurden. GitHub stellte daraufhin einen Ubuntu-Runner bereit – eine temporäre virtuelle Maschine, die üblicherweise für Build- und Testaufgaben genutzt wird. Der Workflow prüfte die Prozessorarchitektur des Runners, lud eine passende Linux-Executable von einem externen Server (43.228.157.68) herunter, vergab Ausführungsberechtigungen und startete diese.
Die Angreifer nutzten die Scanner-Argumente, um gezielt Ports zu adressieren, die typischerweise mit Webdiensten sowie cPanel- und WHM-Administrationsschnittstellen verbunden sind. Dazu gehörten die Ports 80, 443, 8080, 8443, 2082, 2083, 2086 und 2087. Das Ziel war die Ausnutzung der Schwachstelle CVE-2026-41940, die als Authentifizierungs-Bypass-Problem in cPanel und WHM beschrieben wird.
Datenexfiltration und Überwachung
Die heruntergeladene ausführbare Datei führte die Scan- und Exploit-Versuche durch. Die Workflow-Dateien stellten eine Steuerungsebene für die Ausführung, Dateisammlung und Datenübertragung bereit. Ein Hintergrundprozess sendete alle 30 Sekunden einen Status-Update an den Angreifer-Endpunkt /api/github-heartbeat. Diese HTTP-POST-Anfrage enthielt den Repository-Namen und die letzte Zeile des Scanner-Logs, was dem Angreifer eine laufende Überwachung der Aktivitäten innerhalb jedes GitHub Actions-Jobs ermöglichte.
Die Workflows überwachten zudem Ausgabedateien auf neu erfasste Informationen. Dazu gehörten AWS-Anmeldeinformationen, GitHub- und GitLab-Tokens, OpenAI- und Google API-Anmeldedaten, Stripe-Schlüssel, SendGrid- und Mailgun-Anmeldedaten, Datenbankverbindungsdaten, SSH-Material, Git-Remote-Informationen, Umgebungsvariablen und Konfigurationsdateien. Die gesammelten Daten wurden in Chunks an /api/github-results gesendet, wobei Zeilen-Offsets vermerkt wurden, um redundante Übertragungen zu vermeiden.
Ziele der Angreifer: cPanel- und WHM-Server
Die Kampagne konzentrierte sich auf internetzugängliche cPanel- und WHM-Systeme. cPanel ermöglicht einzelnen Hosting-Kunden die Verwaltung von Websites, Datenbanken, E-Mail-Konten und Anwendungseinstellungen. WHM verwaltet die Serverumgebung und kann mehrere cPanel-Konten administrieren. Eine erfolgreiche WHM-Kompromittierung könnte mehrere Kundenumgebungen von einem Server aus gefährden, während eine cPanel-Kompromittierung die Website-Dateien, Datenbanken, Postfächer, Bereitstellungsanmeldeinformationen und Anwendungsgeheimnisse eines einzelnen Kunden preisgeben könnte. Das operative Risiko erstreckt sich über die Hosting-Umgebung hinaus, wenn Angreifer Quellcode-Tokens oder Cloud-Zugriffsschlüssel erlangen, die Wege zu Repositories, Cloud-Workloads, Zahlungsplattformen und E-Mail-Zustelldiensten eröffnen können.
Analyse der Code-Wiederverwendung
Sicherheitsexperten entdeckten einen DNS-Callback-Identifier (f5b0b742-240a-4811-8a5b-b0ba6060685d.dnshook.site) in 14 wiederhergestellten Workflows. Eine GitHub Code Search-Abfrage nach diesem Identifier ergab etwa 6.100 übereinstimmende Workflow-Dateien. Suchanfragen nach der Command-and-Control-Adresse, dem Scanner-Befehl, Dateinamen für Anmeldeinformationen, dem Heartbeat-Endpunkt und dem Exfiltrationscode lieferten etwa 15.000 bis 16.000 übereinstimmende Dateien. Diese Zahlen deuten auf eine breitere Nutzung des bösartigen Codes hin, auch wenn sie nicht direkt die Anzahl der kompromittierten Repositories oder Konten belegen.
Präventive Maßnahmen und Empfehlungen
Um sich vor derartigen Angriffen zu schützen, sind umfassende Sicherheitsmaßnahmen erforderlich:
- Repository-Zugriffskontrolle: Repository-Besitzer sollten eine Überprüfung und Genehmigung für Änderungen unter
.github/workflows/vorschreiben und Warnmeldungen für Workflows einrichten, die ausführbare Dateien von rohen IP-Adressen herunterladen,curloderwgetvor dem Ausführen unbekannter Binärdateien aufrufen oder ausgehende POST-Anfragen mit Umgebungsdaten senden. - Minimale Berechtigungen: Die Berechtigungen für
GITHUB_TOKENsollten auf das absolute Minimum beschränkt werden, das jeder Workflow benötigt. - Überprüfung von Organisationseinstellungen: Organisationen sollten die Kontrollen überprüfen, die regeln, welche Actions ausgeführt werden dürfen.
- Self-Hosted Runner: Bei selbst gehosteten Runnern ist eine noch strengere Behandlung erforderlich, da sie Dateien, Anmeldeinformationen und Netzwerkzugriff nach Beendigung eines Jobs beibehalten können. Egress-Überwachung und Workflow-Überprüfung sind auch für GitHub-gehostete Runner unerlässlich, da Angreifer diese zum Scannen externer Systeme nutzen können.
- Packagist-Nutzung: Packagist-Benutzer sollten ungeprüfte Entwicklungsversionen meiden, Composer-Lockfile-Commit-Referenzen überprüfen und Abhängigkeiten an bekannte, funktionierende Commits oder stabile Releases anheften.
- cPanel- und WHM-Sicherheit: cPanel- und WHM-Betreiber sollten die Patch-Anweisungen des Anbieters für CVE-2026-41940 anwenden, das IOC-Erkennungsskript von cPanel ausführen, serverseitige Geheimnisse nach einem vermuteten Vorfall rotieren und nicht autorisierte Sitzungen überprüfen.
Die Kompromittierung des GitHub-Kontos, das mit "dinushchathurya" in Verbindung gebracht wird, führte zu dessen Sperrung. Diese Maßnahme eliminierte eine Quelle für Runner-Jobs, beseitigt jedoch nicht die in andere Repositories kopierten Workflows oder die bereits von nachgelagerten Systemen gesammelten Anmeldeinformationen. Die Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Wachsamkeit und robuster Sicherheitsstrategien in der gesamten Softwarelieferkette.
Bibliographie:
- Socket.dev. (2026, 22. Juli). Large-Scale GitHub Actions Abuse Powers a Distributed cPanel and WHM Exploitation Campaign. Abgerufen von https://socket.dev/blog/github-actions-abuse-powers-cpanel-and-whm-exploitation
- Daws, R. (2026, 23. Juli). GitHub Actions abuse turned Packagist repositories into scanners. Developer-Tech.com. Abgerufen von https://www.developer-tech.com/news/github-actions-abuse-packagist-repositories-into-scanners/
- The Hacker News. (2026, 23. Juli). Attackers Weaponize GitHub Actions Runners to Target cPanel and WHM Servers. Abgerufen von https://thehackernews.com/2026/07/attackers-weaponize-github-actions.html?m=1
- Son, D. (2026, 23. Juli). GitHub Actions Abuse Fuels cPanel and WHM Attacks. SecurityOnline.info. Abgerufen von https://securityonline.info/github-actions-abuse-cpanel-whm-exploitation/
- HEAL Security Inc. (2026, 23. Juli). Hackers Abuse GitHub Actions to Exploit cPanel and WHM Servers and Steal Cloud Credentials. Abgerufen von https://healsecurity.com/hackers-abuse-github-actions-to-exploit-cpanel-and-whm-servers-and-steal-cloud-credentials/
- Kathir, M. (2026, 23. Juli). Hackers Turn GitHub Actions Into a Global Botnet for Attacking Web Hosting Servers. Gbhackers.com. Abgerufen von https://gbhackers.com/github-actions-into-a-global-botnet/
- UNDERCODE NEWS. (2026, 23. Juli). GitHub Actions Turned Into a Cyber Weapon: Attackers Exploit cPanel Flaw to Steal Secrets Across Hosting Environments + Video. Abgerufen von https://undercodenews.com/github-actions-turned-into-a-cyber-weapon-attackers-exploit-cpanel-flaw-to-steal-secrets-across-hosting-environments-video/
- UNDERCODE NEWS. (2026, 23. Juli). GitHub Turns Into a Weapon: Attackers Abuse Compromised Repositories to Hunt cPanel Servers and Steal Cloud Secrets + Video. Abgerufen von https://undercodenews.com/github-turns-into-a-weapon-attackers-abuse-compromised-repositories-to-hunt-cpanel-servers-and-steal-cloud-secrets-video/
- SocketDev. (2026, 22. Juli). Large-Scale GitHub Actions Abuse Powers a Distributed cPanel and WHM Exploitation Campaign. HendryAdrian.com. Abgerufen von https://www.hendryadrian.com/large-scale-github-actions-abuse-powers-a-distributed-cpanel-and-whm-exploitation-campaign/
- Mallory Intelligence. (2026, 23. Juli). Compromised GitHub Actions Workflows Drove Mass cPanel and WHM Exploitation. Abgerufen von https://mallory.ai/stories/019f8be1-343a-771a-89f7-91ca30cb0ac4
//Nächster Artikel
Google DeepMind widerlegt Thesen einer nahen KI-Selbstverbesserung: Neue Daten zu Gemini 4 Argon zeigen lineares Wachstum und klare Grenzen.

// Artikel teilen
Mehr zu KI-Coding
Alle Coding-News- Vibe-Coding unter Android: Google öffnet den Play Store für private KI-Apps ohne Entwicklerkonto
Google öffnet den Play Store für private Vibe-Coded-Apps aus dem AI Studio.
- Vibe-Coding für Android: Wie Google die KI-gestützte App-Entwicklung vom Schnell-Prototyp bis zur Enterprise-IDE ausbaut
Google erweitert AI Studio um kostenloses Vibe-Coding für Android-Apps.
- Microsoft 365 Copilot und die Entwicklung von KI-Agenten im Unternehmen
Vom Office-Assistenten zur KI-Plattform: So entwickeln Sie spezialisierte KI-Agenten mit Microsoft 365 Copilot, Copilot Studio und Foundry.
- Agentic Coding im Überblick Einsatzmöglichkeiten Werkzeuge und Grenzen
Agentic Coding revolutioniert die Softwareentwicklung: Erfahren Sie, wie autonome KI-Agenten über die Agentic Loop planen, Code ändern und testen – von VS Code bis zu Arduino-Maker-Projekten.
// Dranbleiben
Mindverse News folgen
Neue Meldungen erhalten Sie über unseren RSS-Feed oder auf LinkedIn.
Passend dazu in Mindverse Studio
- Prozesse mit KI-Workflows automatisierenVisuelle Automatisierung wiederkehrender Abläufe — mit Freigabeschritten.
- Studio mit Ihren Tools verbindenIntegrationen für Microsoft 365, Google Workspace, Slack, Notion und mehr.
- KI für Marketing und PRKampagnen, Content und Redaktionsplanung mit einem markenkonformen Assistenten.
Recherchieren Sie KI-News wie diese selbst — mit Mindverse Studio.
7 Tage kostenlos testen — ohne Kreditkarte, mit 200 Credits. Für Fragen zur Umsetzung buchen Sie eine persönliche Demo.
//Chronik
Aus dem Archiv · rund um den 24. Juli 2026
← Davor erschienen