IT-OT-Konvergenz: Herausforderungen und Lösungen im Bereich der Cybersicherheit
Mindverse News
KI-gestützt erstellt 10 Quellen Arbeitsweise
Das Wichtigste in Kürze
- Die Konvergenz von IT (Information Technology) und OT (Operational Technology) stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen und Chancen im Bereich der Cybersicherheit.
- ServiceNow erweitert seine Plattform, um OT-Sicherheit umfassend in Unternehmensworkflows zu integrieren, insbesondere durch strategische Akquisitionen wie Armis und Veza.
- Partnerschaften, beispielsweise zwischen CoreX, Alchemy Global Networks und ServiceNow, zielen darauf ab, eine einheitliche Sichtbarkeit und Verwaltung von IT- und OT-Assets zu ermöglichen.
- Die Integration von KI-Funktionen, wie dem ServiceNow AI Control Tower, spielt eine zentrale Rolle bei der Risikobewertung und Automatisierung von Sicherheitsmaßnahmen in konvergenten Umgebungen.
- OT-spezifische Sicherheitsanforderungen, die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit physischer Prozesse priorisieren, müssen weiterhin berücksichtigt und in die ganzheitliche Sicherheitsstrategie integriert werden.
- Die Standardisierung, beispielsweise durch ISA/IEC 62443, bietet Rahmenwerke für die Cybersicherheit von industriellen Automatisierungs- und Steuerungssystemen.
Die Verschmelzung von IT und OT: Eine neue Ära der Cybersicherheit
Die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung industrieller Umgebungen führt zu einer immer stärkeren Konvergenz von Information Technology (IT) und Operational Technology (OT). Diese Entwicklung, die einst getrennte Bereiche zusammenführt, ermöglicht zwar Effizienzsteigerungen und innovative Geschäftsmodelle, birgt jedoch auch komplexe Sicherheitsrisiken. Unternehmen sind zunehmend gefordert, ihre Schutzmaßnahmen für beide Bereiche zu harmonisieren und in einer kohärenten Strategie zu vereinen. Eine zentrale Rolle bei dieser Integration spielt dabei die Einbindung von OT-Sicherheit in etablierte IT-Service-Management-Plattformen wie ServiceNow.
Die Herausforderung der Konvergenz
Traditionell wurden IT- und OT-Systeme getrennt voneinander betrieben und gesichert. IT konzentrierte sich auf Datenintegrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Unternehmensdaten, während OT, die industrielle Steuerungssysteme und kritische Infrastrukturen umfasst, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit der physischen Prozesse in den Vordergrund stellte. Mit der zunehmenden Vernetzung von Maschinen, Sensoren und Steuerungssystemen im Rahmen des Industrial Internet of Things (IIoT) verschwimmen diese Grenzen. Ein Angriff auf ein OT-System kann nun direkte Auswirkungen auf die Geschäftskontinuität, die Produktion oder sogar die physische Sicherheit haben. Diese neue Bedrohungslandschaft erfordert einen ganzheitlichen Ansatz für die Cybersicherheit.
ServiceNow als zentrale Plattform für konvergente Sicherheit
ServiceNow positioniert sich als eine Plattform, die Unternehmen dabei unterstützen soll, diese komplexen Herausforderungen zu bewältigen. Durch die Erweiterung der Plattform um spezifische Funktionen für das Operational Technology Management und die Integration von OT-Sicherheitslösungen soll eine einheitliche Sichtbarkeit und Verwaltung von IT- und OT-Assets ermöglicht werden. Das Ziel ist es, eine End-to-End-Sicherheitsplattform zu schaffen, die sowohl IT- als auch OT-Umgebungen abdeckt.
Strategische Akquisitionen stärken das Portfolio
Um dieses Ziel zu erreichen, hat ServiceNow strategische Akquisitionen getätigt. Die Übernahmen von Armis und Veza sind hierbei von besonderer Bedeutung:
- Armis: Dieses Unternehmen liefert Asset-Intelligence-Fähigkeiten, die eine umfassende Sichtbarkeit über eine Vielzahl von verbundenen Geräten ermöglichen. Dazu gehören IT, OT, IoT, medizinische Geräte und kritische Infrastrukturen. Die Technologie von Armis ermöglicht die agentenlose Erkennung und Klassifizierung von Assets, auch von Legacy-Systemen, ohne die Installation von Software auf den industriellen Geräten selbst. Dies umfasst detaillierte Metadaten wie Hersteller, Modell, IP/MAC-Adressen, Betriebssysteminformationen, Software-Schwachstellen und Verbindungen zu anderen Geräten.
- Veza: Veza ergänzt das Portfolio durch Fähigkeiten im Bereich der Identitäts-Governance. Das Unternehmen bietet Transparenz über Berechtigungen und Zugriffspfade, die mit menschlichen, maschinellen und KI-Identitäten verbunden sind. Dies ist entscheidend, um das Prinzip der geringsten Rechte (Least Privilege) in komplexen IT/OT-Umgebungen durchzusetzen.
Diese integrierten Informationen sollen es Unternehmen ermöglichen, Risiken besser zu bewerten, Governance-Richtlinien durchzusetzen und Abhilfemaßnahmen effizienter zu gestalten, alles innerhalb der ServiceNow-Plattform.
Partnerschaften als Katalysator für integrierte Lösungen
Die Komplexität der IT/OT-Konvergenz erfordert oft die Zusammenarbeit spezialisierter Partner. Ein Beispiel hierfür ist die Partnerschaft zwischen CoreX, Alchemy Global Networks (AGN) und ServiceNow. Diese Kooperation zielt darauf ab, eine ganzheitliche Lösung für industrielle Sicherheit und Risikomanagement zu bieten. CoreX bringt dabei Expertise im ServiceNow-Workflow- und OT-Management ein, während AGN Cybersecurity- und Netzwerk-Engineering-Dienstleistungen beisteuert.
Die gemeinsame Lösung integriert Asset-Informationen von Armis und Identitäts-Governance von Veza in den ServiceNow AI Control Tower. Dies ermöglicht eine zentrale Verwaltung von OT-Asset-Erkennung, Zugriffs-Governance, Risikomanagement und Abhilfemaßnahmen. Die Plattform soll dabei helfen, eine "intelligente Grafik" zu erstellen, die jedes Asset und jede Berechtigung abbildet, was für die Operationalisierung der Sicherheit in modernen Industrieumgebungen von Bedeutung ist.
Die Rolle von KI im IT/OT-Sicherheitsmanagement
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein integraler Bestandteil der erweiterten ServiceNow-Plattform. Der ServiceNow AI Control Tower bietet eine zusätzliche Ebene für die Verwaltung von KI-Agenten innerhalb von Unternehmensworkflows. Dies beinhaltet die Möglichkeit, KI-Agenten zu inventarisieren, risikobasiert zu bewerten und durch Zugriffskontrollen sowie Auditprozesse zu steuern. Die Fähigkeit der Plattform, Assets und Berechtigungen mit den Diensten, Prozessen, Teams und Richtlinien zu verknüpfen, die von ihnen abhängen, schafft eine gemeinsame Datenbasis für Sicherheits- und Abhilfemaßnahmen.
OT-spezifische Anforderungen bleiben relevant
Trotz der Integration in eine zentrale Plattform bleiben die spezifischen Anforderungen der OT-Sicherheit bestehen. Das National Institute of Standards and Technology (NIST) betont in seinem "Guide to Operational Technology Security", dass OT-Cybersicherheitskontrollen die besonderen Prioritäten von OT-Systemen berücksichtigen müssen: Leistung, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Diese Systeme interagieren direkt mit physischen Prozessen und Geräten, wodurch Ausfälle oder Fehlfunktionen weitreichende Konsequenzen haben können.
Standardisierungsrahmenwerke wie die ISA/IEC 62443-Reihe sind weiterhin maßgeblich für die Cybersicherheit von industriellen Automatisierungs- und Steuerungssystemen. Diese Standards definieren Anforderungen für verschiedene Stakeholder, darunter Anlagenbetreiber, Produktlieferanten und Systemintegratoren, und adressieren Schnittstellen zwischen operativen Umgebungen und Unternehmenssystemen. Sie empfehlen unter anderem die Segmentierung von industriellen Systemen in Zonen und Kanäle, um die Kommunikation zwischen Assets mit unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen zu kontrollieren.
Fazit und Ausblick
Die Konvergenz von IT und OT ist ein fortlaufender Prozess, der eine Neudefinition der Cybersicherheitsstrategien erfordert. Die Integration von OT-Sicherheit in Plattformen wie ServiceNow, unterstützt durch spezialisierte Akquisitionen und Partnerschaften, bietet Unternehmen die Möglichkeit, eine umfassendere und effizientere Sicherheitslage zu erreichen. Dabei ist es entscheidend, die einzigartigen Anforderungen und Prioritäten der Operational Technology weiterhin zu berücksichtigen und in die ganzheitliche Sicherheitsarchitektur zu integrieren. Die Entwicklung hin zu einer einheitlichen Managementplattform für IT- und OT-Sicherheit ist ein Indikator für die wachsende Bedeutung eines integrierten Ansatzes im modernen Unternehmensumfeld.
Bibliography:
- iottechnews.com - IT/OT convergence brings OT security into ServiceNow
- ey.com - EY and ServiceNow OT Security and Service Management | EY - US
- servicenow.com - Operational Technology Management
- crn.com - ServiceNow’s Amit Zavery On Delivering An ‘End-To-End’ Security Platform For OT And IT
- briefglance.com - A New Industrial Defense: CoreX and AGN Unify Security on ServiceNow's Platform
- servicenow.com - What is OT Security? - ServiceNow
- newsroom.servicenow.com - ServiceNow to acquire Armis to expand cyber exposure and security across the full attack surface in IT, OT, and medical devices for companies, governments, and critical infrastructure worldwide
- ey.com - The EY-ServiceNow Alliance: accelerating operational technology’s role in cybersecurity | EY - US
- ey.com - EY and ServiceNow Alliance Operational Technology Management | EY - US
- servicenow.com - Visibility into Manufacturing OT Assets - ServiceNow Blog
//Nächster Artikel
Google DeepMind widerlegt Thesen einer nahen KI-Selbstverbesserung: Neue Daten zu Gemini 4 Argon zeigen lineares Wachstum und klare Grenzen.

// Artikel teilen
Mehr zu KI & Cybersicherheit
Alle Cybersicherheit-News- Rechenleistung statt Direktkapital: Wie Nvidia mit 250 Millionen US-Dollar die britische Sicherheitsforschung für KI-Agenten prägt
Nvidia sagt Großbritannien 250 Mio. US-Dollar an Rechenleistung für die Sicherheitsforschung zu KI-Agenten zu. Analyse der Technik und Strategie.
- Blockierte Cyberabwehr: Warum strikte KI-Guardrails Sicherheitsteams behindern und wie Spezialmodelle wie Orion-1 gegensteuern
Artemis Security stellt das Abwehrmodell Orion-1 vor, während strikte KI-Guardrails von OpenAI und Anthropic Sicherheitsteams im Alltag blockieren.
- Autonome KI-Agenten, Sicherheitsvorfälle und neue Spitzenmodelle: Strategische Analyse zu Muse Wonder, OpenAI und globaler Regulierung
Analyse aktueller KI-Entwicklungen: Metas Muse Wonder, Sicherheitsvorfälle bei OpenAI, selbstreplizierende Agenten, Chip-Strategien und KI-Regulierung.
- KI-Sicherheit und autonome Cyberrisiken: Warum offene Briefe den Technologiewettlauf nicht bremsen
Von KI-Appellen seit 2015 bis zum autonomen Hackerangriff 2026: Warum offene Briefe den KI-Wettlauf nicht bremsen und was das für Ihre IT-Sicherheit bedeutet.
// Dranbleiben
Mindverse News folgen
Neue Meldungen erhalten Sie über unseren RSS-Feed oder auf LinkedIn.
Passend dazu in Mindverse Studio
Recherchieren Sie KI-News wie diese selbst — mit Mindverse Studio.
7 Tage kostenlos testen — ohne Kreditkarte, mit 200 Credits. Für Fragen zur Umsetzung buchen Sie eine persönliche Demo.
//Chronik
Aus dem Archiv · rund um den 7. August 2026
← Davor erschienen